María Pita spielte eine entscheidende Rolle in der Geschichte des Jakobswegs, da sie verhinderte, dass Francis Drake das Grab des Apostels plünderte.
Wer den Englischen Weg ab A Coruña startet, taucht direkt ein in eine Stadt voller Geschichte, Kultur und beeindruckender Persönlichkeiten, die Galicien geprägt haben. Eine dieser Persönlichkeiten ist eine Frau, deren Name bis heute untrennbar mit der Stadt verbunden ist: María Pita. Ihr Name steht nicht nur auf dem wichtigsten Platz der Stadt – direkt vor dem Rathaus – sondern sie ist auch Mittelpunkt eines der beliebtesten Stadtfeste von A Coruña. Aber wer war María Pita wirklich? Und welche Rolle spielte sie in der Geschichte von A Coruña?A Coruña gegen die Englische Armada
Im Jahr 1589, nach dem Scheitern der Spanischen Armada, schickte Königin Elisabeth I. von England eine neue Offensive nach Spanien. Der berühmte Freibeuter Francis Drake landete mit über 14.000 Soldaten in Galicien. Sein Ziel: A Coruña einnehmen, Santiago de Compostela plündern und ein Zeichen gegen die Macht des Katholizismus setzen. Was viele nicht wissen: Einer der Hauptgründe für diesen Angriff war es, die Reliquien des Apostels Jakobus zu stehlen und sie als Trophäe nach England zu bringen. Doch der Erzbischof von Santiago, Juan de Sanclemente, reagierte schnell. Er ließ die Reliquien in einem geheimen Versteck im Inneren der Kathedrale sichern. Nur wenige wussten von diesem Ort – und über die Jahrhunderte geriet er in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Reliquien wiederentdeckt. Dieser Schritt war entscheidend, um eines der größten christlichen Symbole Europas zu retten – und ebenso entscheidend war der Mut von María Pita.María Pita: Witwe und mutige Kämpferin
Während des Angriffs fiel ihr Ehemann Gregorio de Rocamonde im Kampf. Doch María Pita zögerte nicht lange. Sie griff nach der Lanze eines englischen Offiziers, tötete ihn eigenhändig und rief den legendären Satz: „Quen teña honra, que me siga!“ – „Wer Ehre hat, folge mir!“ Ihr Mut entfachte den Kampfgeist der Verteidiger und sorgte dafür, dass die Engländer die Stadt nicht einnehmen konnten. Ihre Heldentat machte María Pita unsterblich – sogar König Philipp II. von Spanien ehrte sie mit einer lebenslangen Pension und dem Titel einer ausgezeichneten Soldatin.Das bewegte Leben der María Pita
Geboren in einfachen Verhältnissen, heiratete María Pita viermal und hatte mehrere Kinder. Ihr Leben war alles andere als einfach – geprägt von Prozessen, Verlusten, juristischen Streitigkeiten und sogar einem kurzen Gefängnisaufenthalt. Doch sie kämpfte immer weiter – für sich und ihre Familie. In ihren späteren Jahren verwaltete sie ihre Besitztümer klug, reiste bis an den Hof des Königs und blieb bis zu ihrem Tod im Jahr 1643 in Cambre (bei A Coruña) eine respektierte Persönlichkeit.Das María Pita Museum in A Coruña
Wer mehr über diese außergewöhnliche Frau erfahren möchte, kann heute das Casa Museo María Pita im historischen Zentrum von A Coruña besuchen. Zu sehen gibt es unter anderem:- Eine originalgetreue Nachbildung ihres Wohnhauses
- Eine Ausstellung über das Königreich Galicien im 16. und 17. Jahrhundert
- Informationen über A Coruña zur damaligen Zeit
- Einblicke in den Konflikt zwischen Spanien und England und die Rolle der Stadt dabei



