Hórreos und Cruceiros auf dem Jakobsweg

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17. April 2025

Wenn man an Galicien denkt, kommen einem grüne Landschaften, ruhige Rías, historische Dörfer und auch besondere architektonische Elemente in den Sinn – wie die Hórreos und Cruceiros auf dem Jakobsweg.
Obwohl diese Bauwerke aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen, sind sie bis heute ein lebendiger Teil des galicischen Alltags.
Hórreos und Cruceiros sind nicht nur Bauwerke – sie stehen für Tradition, Identität und Spiritualität. Und wer sich für eine der Varianten des Jakobswegs durch die Rías Baixas entscheidet, etwa die Route des Padre Sarmiento oder die Spirituelle Variante des Portugiesischen Wegs, wird diesen Symbolen ganz nah kommen – im malerischen Fischerdorf Combarro.

Combarro – ein maritimes Juwel in den Rías Baixas

Nur 6 Kilometer von Pontevedra entfernt liegt Combarro – ein Dorf, das wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Als Kulturgut von besonderem Interesse ausgezeichnet, vereint sein historischer Stadtkern drei der wichtigsten architektonischen Merkmale Galiciens: die Hórreos, die Cruceiros auf dem Jakobsweg, und auch die traditionellen Fischerhäuser (casas mariñeiras).
Ein Spaziergang durch die gepflasterten Gassen ist wie eine Reise in das authentische Galicien – maritim geprägt, aber mit festem Boden unter den Füßen.

Die Hórreos von Combarro – eine lebendige Postkarte

Combarro ist weltweit bekannt für seine Hórreos direkt am Meer. Insgesamt sind rund 60 dieser Kornspeicher erhalten, über 30 davon stehen direkt an der Küste – ein Anblick, der längst internationale Berühmtheit erlangt hat.
Die auf Stelzen gebauten Lagerhäuser schützten einst Mais, Trockenfisch oder landwirtschaftliche Geräte vor Feuchtigkeit und Nagetieren. Viele stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und zeigen, wie sich die Volksarchitektur Galiciens an das Leben zwischen Meer und Landwirtschaft angepasst hat.
Besonders stimmungsvoll ist der Anblick bei Sonnenuntergang, wenn sich ihre Silhouetten vor der Ría de Pontevedra abzeichnen – ein magischer Moment, der allein schon die Reise wert ist.
Wer Galicien besucht, sollte diesen Ort unbedingt auf die Liste setzen.

Die Cruceiros – Glaube und Tradition aus Stein

Genau wie die Hórreos sind die Cruceiros tief im galicischen Landschaftsbild verwurzelt – und ebenso in der Geschichte und Kultur der Region.
Diese steinernen Kreuze stehen auf Plätzen, an Wegkreuzungen oder neben Kirchen. Sie sind Ausdruck des tiefen Volksglaubens, haben aber auch heidnische Ursprünge.
In Galicien gibt es über 10.000 dieser Kreuze, einige stammen bereits aus dem 14. Jahrhundert.
In Combarro sind sieben Cruceiros erhalten – alle mit einem besonderen Detail: Die Christusfigur blickt zum Land, während die Jungfrau zum Meer schaut – als würde sie die Seeleute beschützen. Besonders bekannt ist der Cruceiro auf dem Platz von San Roque, direkt neben der gleichnamigen Kirche.
Die Cruceiros galten als Schutzzeichen, wurden als Dank oder zur Bitte um ein Wunder errichtet oder erinnerten an wichtige Ereignisse. Oft markierten sie auch Pilgerwege – was im Land des Jakobswegs natürlich besonders viel Bedeutung hat.
Interessant ist auch, dass ähnliche Kreuze in Irland und der Bretagne zu finden sind – zwei Regionen, die – wie Galicien – vom keltischen Einfluss geprägt wurden. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Verschmelzung alter keltischer und später christlicher Traditionen, die sich parallel in diesen Regionen entwickelt hat.

Combarro auf dem Jakobsweg: Die Route des Padre Sarmiento

Combarro ist Teil der Route des Padre Sarmiento – einer der schönsten und ruhigsten Jakobsweg-Varianten.
Zwar ist dieser Weg nicht offiziell von der Kathedrale in Santiago anerkannt, doch folgt er den Spuren des Benediktinermönchs Martín Sarmiento, der 1745 von Pontevedra aus die galicische Südküste entlang bis nach Santiago de Compostela wanderte.
Unterwegs erwarten einen Orte wie Sanxenxo, O Grove, A Lanzada – und natürlich Combarro.
Dieser Weg ist reich an Geschichte, traditioneller Architektur und spektakulären Landschaften. Ideal für alle, die Galicien abseits der ausgetretenen Pfade erleben wollen.

Die Spirituelle Variante des Portugiesischen Wegs

Combarro liegt außerdem an der Spirituellen Variante des Portugiesischen Jakobswegs – einer außergewöhnlichen Erweiterung, die den klassischen Pilgerpfad mit der sogenannten Traslatio verbindet: der Route, auf der laut Überlieferung die sterblichen Überreste des Apostels Jakobus in einem Steinboot nach Galicien gelangten.
Von Pontevedra aus führt der Weg zum Kloster von Poio, dann durch Combarro zum Kloster von Armenteira.
Von dort geht es weiter nach Vilanova de Arousa, wo ein Boot den weltweit einzigen See-Kreuzweg (Vía Crucis marítimo-fluvial) befährt – mit 17 Cruceiros mitten im Wasser – bis nach Pontecesures. Dort setzt man den Jakobsweg zu Fuß fort bis nach Santiago.

Combarro – ein kleines Dorf mit großen Erlebnissen

Ein Besuch in Combarro ist mehr als nur ein Blick auf Hórreos und Cruceiros. Es ist ein Erlebnis: durch Gassen schlendern, auf einer Terrasse mit Meerblick eine galicische Empanada oder frische Meeresfrüchte genießen, bunt gestrichene Holzbalkone bewundern, den Klang der Gaita (galicischer Dudelsack) bei einem Dorffest hören oder beobachten, wie sich bei Ebbe in der Praia do Padrón Sandwege und Felsen zeigen.
Wenn du Zeit hast, lohnt sich auch ein Abstecher ins nahegelegene Kloster San Xoán de Poio oder in die Stadt Pontevedra mit ihrer charmanten Altstadt und lebendigen Atmosphäre.

Galicien – ein Land, das man gehen und fühlen muss

Jeder Winkel Galiciens erzählt eine Geschichte – manchmal eine Legende, oft auch ein Wunder.
Orte wie Combarro, mit seinen Hórreos und Cruceiros direkt am Meer, sind lebendige Zeugen dieser Erzählungen.
Wenn du den Jakobsweg gehst, laden wir dich ein, diese besondere Etappe kennenzulernen – eine Route voller Glauben, Geschichte, Kulinarik und atemberaubender Natur.
Mit Rutas Meigas entdeckst du Galicien Schritt für Schritt – auf der Route des Padre Sarmiento, der Spirituellen Variante des Portugiesischen Wegs oder einer der vielen authentischen Touren durch dieses magische Land.

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